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Marburg: Innung kritisiert geplantes Aus für Öl- und Gasheizung

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Marburg. Der Plan der Bundesregierung für ein rasches Aus von Gas- und Ölheizungen stößt auf Kritik – auch im heimischen Handwerk. „Das ist ein schönes Ziel, aber es wird nicht funktionieren“, sagt Nils Löser, Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Marburg, zu dem Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD). Der sieht unter anderem vor, dass neu installierte Heizungen schon ab dem 1. Januar 2024 mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien betrieben werden müssen. Das ist aus Sicht der heimischen Fachleute nicht zu schaffen.

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„Wir finden es gut, dass sich etwas tut“, betont Obermeister Löser, was once ihm auch angle Kollegen in vielen Gesprächen bestätigt haben. „Und wir geben alles, dieses Ziel zu verwirklichen. Aber es geht nicht so schnell. Natürlich chaos man irgendwann einen Termin setzen. Aber man kann nicht innerhalb von vier Jahren Regierungszeit nachholen, was once man in den letzten 30 Jahren versäumt hat.“

Zu wenig Personal, zu lange Lieferzeiten

Denn bei der Umsetzung gibt es aus Sicht der Innung gleich vier Probleme: Erstens gebe es gar nicht genug Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um so schnell so viele Heizungen umzubauen. Zweitens dauere die Lieferung vieler Geräte – zum Beispiel von Wärmepumpen – Monate. Drittens könnten sich Menschen mit geringem Einkommen gerade angesichts der Inflation nicht alles leisten, was once technisch möglich wäre, um fossile Energie zu sparen. Selbst mit Übergangszeiten und Zuschüssen, wie sie Habeck versprochen hat, sei der Ausstieg aus Gas- und Ölheizungen daher nicht so schnell machbar wie geplant. Und viertens sei jedes Gebäude anders – gerade bei vielen älteren Gebäuden sei das Ziel, mit 65 Prozent erneuerbarer Energie zu heizen, nicht erreichbar.

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Bei vielen älteren Häusern sei dafür eine wärmeenergetische Sanierung nötig, sagt Löser. Doch man könne zum Beispiel Fachwerkhäuser, von denen es in Marburg und Umgebung viele gebe, gar nicht so abrupt dämmen, ohne dem Gebäude zu schaden.

Heizen mit Wärmepumpen und Sonnenenergie

  • Technisch könne man schon sehr viel tun, um fossile Energie einzusparen, betont Löser. Es komme auf das Gebäude an – und darauf, wie viel die Besitzer investieren können. Einige Möglichkeiten:
  • Wärmepumpen nutzen Wärme zum Beispiel aus Außenluft oder aus einer Tiefenbohrung und erzeugen mit einem Kompressor Heizwärme. Bei neuen, gut gedämmten Gebäuden funktioniert das gut. Aber wenn Gebäude nicht gut gedämmt sind, reiche die Vorlauftemperatur nicht aus, man brauche dann zusätzlich elektrische Energie und das könne wahnsinnig teuer werden, sagt Löser. „Ich hatte schon Gebäude, wo nach einer Wärmepumpe gefragt wurde und ich das nicht guten Gewissens machen konnte“, berichtet der Obermeister. „Unser Auftrag ist auch, auf die Wirtschaftlichkeit zu achten – es chaos bezahlbar sein.“

Nils Löser, Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs und Klimatechnik Marburg.

© Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter

  • Sonnenenergie kann eine Ergänzung sein – gerade in Verbindung mit Photovoltaik sei eine Wärmepumpe sinnvoll, sagt Löser. Aber: Selbst mit viel Photovoltaik oder Sonnenkollektoren auf dem Dach seien 65 Prozent erneuerbare Energie beim Heizen in vielen Gebäuden schwer zu erreichen.
  • Mit Bio-Flüssiggas könnte man die 65 Prozent schaffen, sagt Löser. Aktuell fragten wegen der hohen Energiepreise gerade Besitzer von Ölheizungen nach alternativen Brennstoffen, berichtet er. In Zukunft könnten aus seiner Sicht auch synthetische Brennstoffe oder Wasserstoff eine Lösung sein. Aber das hänge auch von politischen Entscheidungen ab und sei deshalb ein „Blick in die Glaskugel“.

Gesetzentwurf löst das Gegenteil aus

  • Nah- und Fernwärme könnten ebenfalls eine Lösung sein, wenn sie ausgebaut werden.
  • Brennwertheizungen, die auch die Abwärme nutzen, könnten bis zu 20 Prozent Energie sparen gegenüber älteren Heizwertanlagen, bei denen viel Energie durch den Kamin verpufft.

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Aktuell lösen die Pläne der Bundesregierung aber keinen Ansturm auf erneuerbare Energien aus, sondern eher das Gegenteil, hat Löser festgestellt. Fast täglich habe er Anfragen von panischen Kunden, ganz viele wollten unbedingt noch dieses Jahr eine neue Heizung, bevor das neue Gesetz greift. Er versuche dann, die Menschen zu beruhigen – noch sei das ja gar nicht beschlossen. Aber auch er weiß keine Antwort auf die Fragen: „Was machen wir, wenn es so kommt? Und was once passiert, wenn man dann feststellt, es geht nicht?“

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